Ist CoWorking weiblich?

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Sie sind weiblich, haben einen Haushalt mit mehr oder weniger Mitbewohnern, und gehen gleichzeitig auch noch einer mehr oder weniger selbständigen Arbeit nach? Und überlegen doch tatsächlich, ob es nicht an der Zeit ist nach einer neuen Arbeitsstatt Ausschau zu halten? CoWorking geistert durch die Hirnwindungen. Und warum wohl?

Ablenkung für Hausfrauenaugen 

Es meldet sich die Blase. Und beim Durchschreiten der eigenen 4-Wände schweifen die Augen, die man auf dem Weg zum Schreibtisch vor einer Stunde fast schon geschlossen hielt, mal nach rechts, mal nach links:

Der Küche sieht man noch die letzte Küchenschlacht an. Das geht jetzt aber nicht an, so etwas fällt schließlich immer auf die Frau des Hauses zurück. Was, wenn Schwiegermama unverhofft vorbei kommt? Also flugs durch die Küche gewirbelt … Pling … oh, eine E-Mail … schnell schauen, ob es die mit den wichtigen Informationen ist, auf die gewartet wird. Ächz … Spüli auf der Tastatur…

Der Kaffee am Schreibtisch tut gut – wenn nur nicht die Blase sich schon wieder melden würde. Hach, warum nicht gerade die nächste Ladung Wäsche eintrommeln … geht ja in einem Aufwasch mit Toilettengang.

Auf dem Rückweg zum Rechner mal noch schnell hie und da was weggeräumt. Ach, was sind wir doch so Multitasking!

So, jetzt aber. Doch schon 2 Stunden am PC gesessen. Kurzes Strecken. Ups, was ist denn das? Die Sonne bringt es hervor – da liegt doch echt ne Staubschicht auf den Regalen. Wann waren die denn das letzte Mal dran? Ob ich nicht schnell ….

Jetzt mal Hand auf´s Herz: Kennen Sie einen Mann, der sich so sehr durch genau diese Dinge ablenken ließe?

CoWorking Als alternative

Spätestens in der Selbstreflexion müssen wir uns eingestehen, dass effektives Arbeiten irgendwie doch anders aussieht. Ein eigenes Büro ist aber auch nicht immer drin. Soll ja auch irgendwie passen. Banker sind da not amused, wenn der Deckungsbeitrag nicht so stimmt.

CoWorking ist da in aller Munde. Frau workes mit einigen bis vielen Co. = zusammen.
Da werden sich Räumlichkeiten mit Schreibtischen geteilt. Und wenn es ganz schick und ein wenig mehr sein darf – kann man dort auch einen kompletten Raum bekommen. Mit Tür und so. Zum alleine sein. Und ohne eingefettete Küchen, Wäscheberge und fiesen Legobausteinen, die einen das Jodeln lehren, während man mit dem Kunden im vom Ergotherapeuten doch so vielgepriesenen Laufschritt telefoniert.

Und was für ein edles Gefühl, wenn der erste Kunde nicht im Wohnzimmer empfangen werden muss – oder in einem dem wertschätzenden Dialog nicht gleich entgegen kommenden Café oder Restaurant.
Entweder ist es dort so laut, dass die Lauscher ganz schön aufgestellt werden müssen – oder man brüllt genauein dem Moment etwas über den Tisch, an dem eine Sekundenruhe eintritt: Schwups, und draußen ist, was gerade nicht für die halbe Stadt gedacht war. Hier bekommt das Wort Kundennähe eine ganz neue Bedeutung, sitzt man ihm doch am besten gleich auf dem Schoß, um ein klein wenig Diskretion in der Kommunikation zu wahren.

Ich auf jeden Fall hab damals mit CoWorking angefangen – und bin jetzt happy, meine eigenen 4 Arbeitswände zu haben. Aaaaaber, ich teile sie super gerne – mit all denen, die das oben Beschriebene auch kennen. So etwas schweißt zusammen, oder nicht?